Aufgaben und Ziele

Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) wurde im November 1962 von damals 16 Gesellschaften auf Anregung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Frankfurt/Main als nicht eingetragener, gemeinnütziger Verein gegründet, um gemeinsame Interessen besser gegenüber staatlichen Institutionen und Körperschaften der ärzlichen Selbstverwaltung vertreten zu können. Anlass war die Einführung der Facharztprüfung im Anschluss an die fachärztliche Weiterbildung.

Als in den folgenden Jahren der Aufgabenbereich stetig angewachsen war, beschloss die Delegiertenkonferenz der AWMF im Mai 1975, die Aufgaben und Ziele so zu definieren:

"Die AWMF berät über grundsätzliche und fachübergreifende Angelegenheiten und Aufgaben, erarbeitet Empfehlungen und Resolutionen und vertritt diese gegenüber den damit befaßten Institutionen, insbesondere auch im politischen Raum. Neben den - angesichts der zunehmenden Spezialisierung immer dringenderen - Aufgaben der inneren Zusammenarbeit will sie damit die Interessen der medizinischen Wissenschaft verstärkt nach außen zur Geltung bringen.

Die AWMF wird durch direkten Auftrag der Mitgliedsgesellschaften oder durch deren Delegierte tätig. Greift die AWMF einschlägige Probleme in eigener Initiative auf, so sucht sie die Übereinstimmung mit den Mitgliedsgesellschaften.

Die AWMF wird getragen von der Delegierten-Konferenz, dem Präsidium und dem Präsidenten. Für die Bearbeitung besonderer Themen werden Kommissionen aus dem Kreise der Delegierten und gegebenenfalls durch Hinzuziehung Sachverständiger aus den Mitgliedsgesellschaften gebildet."

Die AWMF ist also mit ihren eigenständigen Aufgaben neben den anderen Arbeitsgemeinschaften wie Bundesärztekammer (BÄK), Medizinischer Fakultätentag (MFT), Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) und den Einrichtungen der Wissenschaftsförderung (z.B. DFG) ein wichtiger Pfeiler im Rahmen der gesamten medizinischen Organisation. Die AWMF bemüht sich um fruchtbare Zusammenarbeit mit den anderen Einrichtungen sowie den zuständigen politischen Gremien im Interesse des förderlichen Zusammenwirkens und einer leistungs- und zukunftsorientierten Weiterentwicklung der medizinischen Wissenschaften und der ärztlichen Praxis.

Der AWMF sind die Arbeitskreise "Ärzte und Juristen" und "Krankenhaus- und Praxis-Hygiene" angeschlossen.

Die AWMF hat sich im Laufe ihres Bestehens mit einer ganzen Reihe von Problemstellungen befasst, die alle medizinischen Fachgebiete gleichermaßen betreffen:

  • Approbationsordnung für Ärzte: kontinuierlich seit 1970 bis zur Gegenwart.
  • Rahmenprogramm "Forschung und Technologie im Dienste der Gesundheit": 1976, 1978 -1981, 1987 - 1990
  • Qualitätssicherung ärztlicher Berufsausübung: 1979, 1986, 1989/90, seit 1993 kontinuierlich
  • Weiterbildungsordnung für Ärzte: 1962, kontinuierlich seit 1987 bis zur Gegenwart
  • Medizinische Bibliotheken / Datenbanken: 1981/82, 1990, 1992
  • Elektronische Publikation wissenschaftlicher Literatur: seit 1999
  • Behinderung der Forschung durch gesetzliche Vorgaben: kontinuierliche Beschäftigung mit Auswirkungen von Datenschutzgesetz, Tierschutzgesetz, "Antikorruptionsgesetz" etc.
  • Medizinische Klassifikationen und ihre Anwendung: Die AWMF gehört dem Kuratorium für Fragen der Klassifikation (Beratungsgremium des BMG) seit dessen Gründung an. Neben der Erstellung und Pflege von Klassifikationen berät die AWMF auch bei deren Anwendung, z.B. im DRG-System.

Seit 1995 koordiniert die AWMF auf Anregung des "Sachverständigenrats für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen" die Entwicklung von Leitlinien für Diagnostik und Therapie durch die einzelnen Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
Die Resultate dieser Arbeit sind elektronisch im Volltext im WWW publiziert:

Leitlinien für Diagnostik und Therapie

Diese Leitlinien werden regelmäßig und bei Bedarf aktualisiert und erweitert.

Die AWMF pflegt Kontakte zu vergleichbaren Organisationen auf internationaler Ebene und vertritt Deutschland im Council for International Organizations of Medical Sciences CIOMS bei der WHO.

Der AWMF sind zur Zeit die Arbeitskreise „Ärzte und Juristen“ und "Krankenhaus- und Praxishygiene" angeschlossen.

Gemeinsam mit DIMDI und ZBMed publiziert die AWMF das Portal German Medical Science (GMS) und das gleichnamige e-journal german medical science (gms) unter der Web-Adresse
www.egms.de

Die AWMF ist durch Repräsentanten vertreten:

 

International:

  • im Council for International Organizations of Medical Sciences (CIOMS) bei der WHO
  • Gründungsmitglied von Guidelines International Network (G-I-N)

National:

  • im Gesundheitsforschungsrat von BMBF und BMG
  • beim Nationalen Krebsplan des BMG
  • im Kuratorium für Fragen der Klassifikation im Gesundheitswesen (KKG) des BMG
  • im Kuratorium des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
  • im Kuratorium des AQUA-Instituts, im Wissenschaftlichen Beirat
  • Beirat der German Medical Science gGmbH
  • in der Ständigen Konferenz "Ärztliche Weiterbildung" der Bundesärztekammer (BÄK) als ständiger Gast
  • im Ausschuss Krankenhaus der BÄK
  • in der Ständigen Kommission für Versorgungsforschung der BÄK
  • im Ausschuss von gesundheitsziele.de
  • im Arbeitskreis Hochschulmedizin des Deutschen Hochschulverbandes

Die AWMF ist durch Kooperationen verbunden:

  • gemeinsame DRG-Fachkommission mit der BÄK
  • Mitherausgeber der Nationalen Versorgungs-Leitlinien (NVL) mit BÄK und KBV
  • Mitherausgeber von German Medical Science (GMS) mit dem Dt. Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) und Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED)
  • mit dem Präsidium des Medizinischen Fakultätentages MFT
  • im Leitlinien-Programm Onkologie mit Dt. Krebsgesellschaft (DKG) und Dt. Krebshilfe (DKH)
  • Innovationskongress der Dt. Hochschulmedizin - VUD, MFT, AWMF -
  • Kooptiertes Mitglied im Vorstand des Deutsches Netzwerks für Versorgungsforschung (DNVF)

Finanzierung

Die AWMF wird fast ausschließlich durch die Mitgliedsbeiträge ihrer Fachgesellschaften finanziert. Für ihre Dienstleistungen im Rahmen des Onkologischen Leitlinienprogramms erhält die AWMF Zuwendungen ihres OL-Partners Deutsche Krebshilfe und dem Aufwand entsprechende Zahlungen von den einzelnen Fachgesellschaften (Zweckbetrieb). Als gemeinnütziger Verein kann die AWMF auch Spenden entgegennehmen und dafür Spendenbescheinigungen ausstellen.

Spendenpool

Die der AWMF zugedachten Spenden werden gepoolt und kommen ausschließlich satzungsgemäßen Zwecken der AWMF (im Wesentlichen der Leitlinienarbeit) zugute, konkrete Zweckbindungen werden von der AWMF nur bei den eigenen, selbst gemeinnützigen Mitgliedsgesellschaften akzeptiert.
Die AWMF legt die Spendenzugänge stets offen:

Spenden an die AWMF

Jahr:Spender:Betrag insgesamt:
2013 - 14 AWMF-Mitgliedsgesellschaften für Update der S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe
- DGHM für S3-Leitlinie Perioperative Antibiotikaprophylaxe
35.500 €

2012- Bayer Health Care6.000 €
2011- INSTAND e.V. für S3-Leitlinie Lyme-Borreliose3.000 €
2010keine Spendeneingänge
2009- Prof. Selbmann (Preisgeld "Deutscher Qualitätspreis Gesundheit")
- Nycomed Deutschland
12.000 €
2008keine Spendeneingänge
2007keine Spendeneingänge
2006- Sanofi-Aventis
- Glaxo Smith Kline
- Pfizer GmbH
- B. Braun Melsungen
- Ethicon
- Novartis
- MHP-Verlag
48.998 €
2005- Boehringer Ingelheim
- MSD Merck, Sharp & Dohme
4.500 €