Aufnahmebedingungen

Die Satzung der AWMF schreibt vor:

"Auf Antrag kann jede selbständige deutsche wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft Mitglied werden, die sich ausschließlich oder vorwiegend wissenschaftlichen Fragen der Medizin einschließlich ihrer praktischen Anwendungen widmet, deren Satzung diese Ziele sowie die Gemeinnützigkeit der Gesellschaft ausweist und die den von der Delegiertenkonferenz verabschiedeten Aufnahmekriterien in der jeweils gültigen Fassung genügt.

Über die Aufnahme entscheidet die Delegierten-Konferenz. Eine Fachgesellschaft wird in die AWMF aufgenommen, wenn 3/4 der anwesenden stimmberechtigten Delegierten dem Antrag zustimmen. Enthaltungen werden wie Nein-Stimmen gezählt."


Als Aufnahmekriterien hat die Delegiertenkonferenz zuletzt am 6. November 2010 verabschiedet:

Kriterien:

  1. Klar erkennbare wissenschaftliche Zielsetzung, dokumentiert durch die Satzung.
  2. Die Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit der Gesellschaft sollte sich auf Themen der Medizin und damit in Zusammenhang stehenden wissenschaftlichen Fragestellungen beziehen.
  3. Es sollte eine mindestens dreijährige wissenschaftliche Aktivität dokumentiert sein, insbesondere durch wissenschaftliche Tagungen oder durch die (Mit-) Herausgabe einer wissenschaftlichen Zeitschrift als Organ der Gesellschaft.
  4. Die Mitgliedschaft sollte mehrheitlich aus klinisch tätigen Ärzten/Zahnärzten bzw. aus auf dem Gebiet der Medizin wissenschaftlich tätigen Hochschulabsolventen bestehen.
  5. Dachgesellschaften, die keine eigenen natürlichen Personen als Mitglieder haben, können nicht in die AWMF aufgenommen werden.
  6. Enge thematische Verwandtschaft mit Gesellschaften, die bereits Mitglied der AWMF sind, schließt die Aufnahme nicht grundsätzlich aus, wenn ein davon abweichender Schwerpunkt der Arbeit besteht.
  7. Starke thematische Einengung spricht gegen die eigenständige Aufnahme.
  8. Überwiegende Anwendungsorientierung, ohne eine wissenschaftliche Zielsetzung, kann die Aufnahme ausschließen.
  9. Ausgeprägte Interessensvertretung und eine vorwiegend berufspolitische Ausrichtung ohne eine primär wissenschaftliche Zielsetzung (Berufsverband ohne klar erkennbare Sektion Wissenschaft), schließt die Aufnahme aus.
  10. Die Einzelfallprüfung der Anträge erfolgt durch die ständige Aufnahmekommission der AWMF mit Beratung und Beschluss im Präsidium vor der abschließenden Abstimmung in der Delegiertenversammlung.

Das Aufnahmeverfahren läuft folgendermaßen ab:

  1. Die Gesellschaft, die Mitglied der AWMF werden will, füllt einen Aufnahmeantrag der AWMF aus und sendet diesen einschließlich der benötigten Anlagen an die Geschäftsstelle der AWMF.
  2. Der Aufnahmeantrag und die eingesandten Unterlagen gehen an die ständige Aufnahme-Kommission der AWMF, die über den Antrag berät, gegebenenfalls von der Gesellschaft weitere Unterlagen anfordert und abschließend ein Votum zur Beratung im Präsidium abgibt.
  3. Der Aufnahmeantrag wird mit dem Votum der Aufnahmekommission im Präsidium beraten und bei positivem Votum vom Präsidium in die Tagesordnung der nächsten Delegiertenkonferenz aufgenommen und die beantragende Gesellschaft zur Teilnahme an dieser Delegiertenkonferenz eingeladen.
  4. Bei negativem Votum durch die Aufnahmekommission und/oder das Präsidium, hat die Gesellschaft bei entsprechendem Wunsch und Widerspruch gegen diesen Entscheid auf Antrag bei der nächsten Delegiertenkonferenz Gelegenheit, sich kurz vorzustellen und ggf. zu einem negativen Votum der Aufnahmekommission bzw. der Entscheidung im Präsidium Stellung zu nehmen.
  5. Die Delegiertenkonferenz stimmt dann in dieser, oder falls weiterer Beratungs- oder Informationsbedarf besteht, in der nächsten Sitzung über den Aufnahmeantrag ab.
  6. Erreicht die Gesellschaft eine Mehrheit von 3/4 der Anwesenden in der ordnungsgemäß einberufenen Delegiertenversammlung, ist sie als ordentliches Mitglied in die AWMF aufgenommen.
  7. Das Präsidium kann mit Zustimmung der Delegiertenkonferenz eine Gesellschaft ohne aktives und passives Stimmrecht als kooperierendes bzw. assoziiertes Mitglied zur themenbezogenen Mitarbeit einladen.